Urbacher Wald hat große Stärken

Industriepark Urbacher Wald – Die Erfolgsstory geht weiter: Standortvorteile locken immer mehr Interessenten

Puderbach/Neuwied – Die Erweiterung des Industriegebietes „Urbacher Wald“ in der Verbandsgemeinde Puderbach direkt an der A3 soll weitere Firmen in den Landkreis Neuwied locken. Das Land Rheinland-Pfalz investierte für die Erweiterung bereits 1,85 Millionen Euro. Standortvorteile sollen potentielle Investoren überzeugen. Dahinter steht ein umfassendes Vermarktungskonzept einer regional ansässigen Marketingagentur. Verbandsgemeinde und Marketingexperten bilden eine strategische Partnerschaft die zum Erfolg führen soll. Der Rhein-Zeitung im Gespräch mit Verbandsbürgermeister Wolfgang Kunz, Puderbach, und dem Mitinhaber von HEAD. MARKETING-PARTNER, Achim Hallerbach, Raubach.

Achim Hallerbach, Wolfgang Kunz (v.l.) RZ: Die Idylle des Westerwalds steht im Einklang mit hoch spezialisierten, kreativen und fortschrittlichen Unternehmen im Industriepark Urbacher Wald. Jetzt wird erweitert. Was macht den Industriepark so erfolgreich?

Kunz: Wer erfolgreich sein will, muss sich aktiv bewegen. Dazu gehören ein durchdachtes Konzept, ein Top-Standort und der erklärte Wille zur Umsetzung. Hinzu kam die Unterstützung durch die Landesregierung, die mit 1,85 Millionen Euro die infrastrukturelle Erschließung der Erweiterung des Industriegebietes bezuschusst. Neue Unternehmen erhalten somit optimale Voraussetzungen für ihren neuen Standort.

RZ: Welche Infrastruktur wird im Industriepark vorgehalten?

Kunz: Kurzum alles. Die neuen Unternehmen finden ausgebaute Straßen vor mit allen Ver- und Entsorgungsleitungen. Selbst Breitbandkabel ist voll verfügbar. Die Grundstücksgröße wird nach Bedarf festgelegt und der Bau kann sozusagen morgen beginnen. Ein attraktives Ausschilderungssystem leitet die Besucher und gibt einen geordneten Auftritt.

RZ: Und der Preis?

Kunz: Der Preis ist Top. Mit nur 22 Euro pro Quadratmeter inklusiver aller Nebenkosten, also voll erschlossen, direkt an der Autobahn. Weiterer Vorteil sind die günstigen Steuern und Nebenkosten. Bei Grundsteuer B und der Gewerbesteuer liegen wir gegenüber den Ballungszentren erheblich günstiger, teils über 100 Punkte.

RZ: Herr Hallerbach, die Verbandsgemeinde Puderbach geht mit einer eigenen Marketingkampagne ungewohnte Wege und betreibt regionale Standortvermarktung.

Hallerbach: Wer nicht handelt, der wird behandelt. Mit dieser Einstellung ist es der einzig logische Schritt für eine Kommune, seine Produkte und Dienstleistungen aktiv zu vermarkten. Der Standort Urbacher Wald hat viele unschlagbare Vorteile. Wir müssen sie aber auch an die entsprechenden Zielgruppen transportieren. Deshalb hat sich die Verbandsgemeinde für eine eigene Vermarktungskampagne entschieden.

RZ: Nennen Sie uns die Standortvorteile?

Kunz: Zunächst haben wir eine hervorragende logistische Anbindung. Der Industriepark liegt geographisch mitten in Europa. Damit verbunden ist die Anbindung an die Autobahnen A3, A48 und A61 hervorragend. Es sind nur 15 Minuten bis zum ICE-Bahnhof nach Montabaur. Ohne Umwege sind die Flughäfen Frankfurt, Köln/Bonn, Düsseldorf und Hahn erreichbar. In 30 Minuten ist die wichtigste europäische Binnenwasserstraße, der Rhein, über die Häfen Neuwied/Bendorf und Koblenz erschlossen.

Hallerbach: Besonders für produzierende Unternehmen, die Absatzmärkte in Europa oder weltweit haben, ist eine zentrale Lage mit besten logistischen Anbindungen die ideale Voraussetzung, um über kurze Wege Zeit und Kosten einzusparen und damit entscheidende Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

RZ: Wie wollen Sie das Gebiet vermarkten?

Hallerbach: Der erste Schritt ist die Definition der zu erreichenden Zielgruppen. Wir wollen kleine bis mittlere Unternehmen ansprechen die in die Infrastruktur des Industrieparks passen. Innovative Betriebe die in stabilen und zukunftsorientierten Branchen tätig sind. Nicht der Investor soll uns suchen, sondern wir suchen aktiv den Unternehmer.

RZ: Mit welcher Strategie gehen Sie vor?

Hallerbach: Im Rahmen einer Pro-Aktiven-Vermarktungskampagne werden wir zahlreiche Instrumente einsetzen. Wir haben ein wertvolles Produkt, wir haben eine hohe Identität mit der Region und dem Landkreis, wir haben ein sehr gutes Image.

RZ: Welche Marketinginstrumente werden eingesetzt?

Hallerbach: Es ist eine sinnvolle Kombination von Kommunikations- und Marketingmaßnahmen. Die Mixtur reicht von Broschüren, einem eigenen Werbefilm, Mailings, Aussenwerbung an den Orten wo wir die Zielgruppen antreffen, mobile Informationsstände für externe Veranstaltungsbesuche bis hin zum zentralen Internetauftritt unter www.mittenineuropa.de mit Suchmaschinenmarketing. Die Wirkung jedes einzelnen Instruments wird durch das Zusammenspiel aller potenziert und erfolgreich sein.

RZ: Zukunftsorientierte, innovative Unternehmen benötigen ein entsprechendes Umfeld. Was bietet die Region?

Kunz: Mit einer Vielzahl von wissenschaftlichen und wissenschaftsnahen Einrichtungen zählt unsere Region zu einer bedeutenden Wissenschaftsregion Deutschlands. Neben den Standorten in Koblenz, Remagen, Rhein-Sieg und Bonn, haben wir in Vallendar mit der WHU Deutschlands beste Wirtschaftshochschule. Damit haben wir eine optimale Verknüpfung von Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft.

RZ: Müssen die Mitarbeiter sozusagen importiert werden?

Kunz: Im Gegenteil, dass stetige Wachstum in den vergangenen Jahren belegt, dass ein hervorragendes Netzwerk von Wirtschaft, Forschung, Wissenschaft, Hochschulen und Verwaltung ein optimales Umfeld geschaffen hat. Dazu zählt auch ein vorhandenes Potential zuverlässiger und qualifizierter Arbeitskräfte. Der Einzugsbereich pendelnder Arbeitskräfte ist ebenfalls groß.

RZ: Die Erfolgsstory Urbacher Wald im Zentrum Europas soll fortgesetzt werden. Ein mutiger Weg unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen?

Kunz: Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken. Ohne Wirtschaftskraft und Wachstum sind Potentiale nicht zu entwickeln. Deshalb werden wir unsere Stärken nutzen und auch erfolgreich sein. Wirtschaftsförderung und die Schaffung von Arbeitsplätzen ist in der Verbandsgemeinde Chefsache, darum finden wir auch immer eine Lösung.